Wieso dein Darm schuld ist...und warum er einen so großen Einfluss auf dich und deine Gesundheit hat | blogyourhealth
2006
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Darm

Wieso dein Darm schuld ist…und warum er einen so großen Einfluss auf dich und deine Gesundheit hat

Der Darm!

Immer noch ein Tabu-Thema?

Oder hast du inzwischen auch schon viel darüber gehört und gelesen?

Der unterhaltsame Bestseller „Darm mit Charme“ hat das Thema gesellschaftsfähig gemacht und zeigt, welch großen Einfluss dieses unterschätzte Organ auf unsere Gesundheit hat.

Inzwischen hat es der Darm sogar in die Mainstream-Medien geschafft: Die BILD-Zeitung hat den Darm im vergangenen Jahr zum Titelthema (!) gemacht… so sollte auch dieser Leserschaft gezeigt werden, wie wichtig der Darm für ein gesundes Leben ist.

Mich persönlich hat das Buch „Schlank mit Darm: Mit der richtigen Darmflora zum Wunschgewicht„begeistert, weil es so einfach und anschaulich geschrieben ist.

Falls du jetzt denkst, mit dem „Scheiß“ mag ich mich nicht beschäftigen…

…einen Moment bitte noch:

  • Musst du oft pupsen?
  • Hinterlässt du auf der Toilette übel riechende Gerüche?
  • Brauchst du viel Klopapier?
  • Musst du „sauer“ aufstoßen?
  • Willst du abnehmen?

Wenn du dich da irgendwie erkannt fühlst, solltest du jetzt weiterlesen!

Der Darm ist dein größtes Organ und ist irgendwie an allen Körperprozessen beteiligt.

Die Oberfläche des Darms ist ca. 100 mal so groß wie deine Haut = ca. 400 Quadratmeter!

Kaum vorstellbar, oder?!

Alles ist in Falten gelegt, an denen sich Milliarden winziger Ausstülpungen (Zotten) befinden.

Nur so kann dieses „gewaltige Organ“  überhaupt in unserer Körpermitte verstaut sein.

Der Darm hat durch unsere Nahrung den größten Kontakt zur Außenwelt und ist somit Eingangstor für Krankheitskeime wie z.B. Bakterien, Pilze etc.

80 % unseres Immunsystems ist im Darm angesiedelt.

Hier sitzt also unser Abwehrsystem gegen Krankheitserreger (Viren, Bakterien) und Fremdstoffe.

Mir war das so nicht bewusst.

Darmbakterien – was du wissen solltest

Unser Darm ist mit Billionen von Bakterien besiedelt.

Bis zu 2 kg tragen wir von den Dingern mit uns herum!

Bifidobakterien, Laktobakterien usw.

Egal, wie sie alle heißen und was sie genau machen.

Wichtig zu wissen:

Es gibt „gute“ und „schlechte“ Bakterien in deinem Darm!

Gut = gesundheitsförderlich

Schlecht = gesundheitsschädlich und fäulnisbildend

Das richtige Mischverhältnis hat unglaubliche Auswirkungen auf deine Gesundheit, dein Wohlbefinden und auch auf dein Gewicht!

Ein ausgeglichenes Verhältnis deiner Darmbakterien

  • hilft die Nahrung gut zu verdauen,
  • sorgt für ein gutes Sättigungsgefühl(!!!) und
  • entscheidet auch über deinen Appetit (Lust auf Sahnetorte, Burger & Co oder eher nicht?).

Übernehmen die „schlechten“ Bakterien/Pilze/Parasiten die Oberhand, führt dies zu einem Ungleichgewicht in deinem Darm und später dann zu (ernsthaften) Krankheiten.

Ob da was aus dem Gleichgewicht gerät, kannst du in erster Instanz oft riechen…. 🙄

Der Geruch von Stuhl, Schweiß und Urin ist unbestechlich und ein wichtiges Signal deines Körpers: Je geruchsloser, desto besser funktioniert deine Verdauung, um so reiner ist dein Verdauungssystem und um so harmonischer sieht es in deinem Darm aus.

Daher besser nicht einfach ignorieren oder (gar mit Sprays) überdecken 😉

Aber auch bei Verstopfung (weniger als 3 mal pro Woche), Konzentrationsbeschwerden, Allergien und Gewichtsproblemen solltest du einen Blick auf deine Darmbakterien werfen (lassen).

Vorsicht: Antibiotika

Antibiotika werden eingesetzt um Bakterien im Körper abzutöten.

Sie töten jedoch ALLE Bakterien, d.h. auch die guten (Darm)Bakterien.

Nach einer Antibiotika-Einnahme solltest du daher genau beobachten ob sich irgendwas verändert hat (-> Verdauung, Unverträglichkeiten, Antriebslosigkeit?!).

Auch wenn das nicht der Fall ist, solltest du nach einer Antibiotika-Therapie immer an den Aufbau der „guten“ Darmbakterien denken!

Präbiotika und Probiotika

Präbiotika und Probiotika unterstützen die guten Darmbakterien.

Die Werbung bombardiert uns mit „probiotischen Joghurtkulturen“ … und man könnte glauben, ohne diese Wundermittel geht es nicht.

Hier möchte ich dir kurz erklären, was es damit auf sich hat:

Probiotika (= „lebende“ Bakterien, z.B. in Joghurt) sind die „Samen“, die eingepflanzt werden.
Präbiotika (= bestimmte ballaststoffreiche Lebensmittel) sind quasi der „Boden“ auf dem gepflanzt wird.

???

Boden, Samen einpflanzen?

Joghurts, probiotische Drinks etc. können die Darmflora positiv unterstützen. Ja, das ist richtig.

ABER:

Damit die positive Wirkung dieser „Samen“ erzielt werden kann, muss der „Boden“ stimmen.

Gemäß dem Motto „auf saurem Boden wächst nichts“, bedeutet dies, dass du zuerst auf eine gute Ernährung (wenig Zucker und Kohlenhydrate!) achten musst…

Speziell für die Darmbakterien kannst du folgende Lebensmittel auf den Speiseplan setzen:

Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Schwarzwurzeln, Artischocken, Chicorée, Spargel, Bananen und das „Wundermittel Kartoffelsalat“, dazu schreibe ich bald mehr.

Im nächsten Stepp könntest du dann gezielt an die „gesunden“ Joghurts denken…

…frage dich aber bitte auch: Ist Milch ungesund? Dazu habe ich hier geschrieben!

Der „löchrige“ Darm

…es kann gefährlich werden!

Unsere moderne Lebens- und Ernährungsweise kann das Bakteriengleichgewicht im Darm so massiv stören, dass im Laufe der Zeit „Nebentüren“ geöffnet werden.

Es können Löcher im Darm entstehen und unsere Darmschleimhaut wird durchlässig…

So können dann Dinge ins Blut gelangen, die (nur) in den Darm und später in die Toilette gehören.

Passiert dies (oft unbemerkt!), kann das Immunsystem Eindringlinge nicht mehr gut bekämpfen und es können schwere Krankheiten und Allergien entstehen.

Zudem können Entzündungsreaktionen im Körper ausgelöst werden, der Darm wird noch löchriger und die Hüften runder….

Als „Leaky-Gut-Syndrom“ wird ein löchriger Darm bezeichnet.

Vielleicht hast du das ja schon mal gehört.

Der Darm und unser Gehirn

Dass Kopf und Bauch irgendwie miteinander verknüpft sind, ist nicht neu:

Wir haben „Schiss vor Prüfungen“ und „Schmetterlinge im Bauch“, wenn wir verliebt sind.

Unser Bauchgefühl ist eine tolle Intuition (wenn man es denn spürt) …

… bestimmte Situationen lassen uns den „Appetit vergehen“ und essen wir länger nichts, geht die Laune in den Keller usw.

Das wir im Bauch oder besser gesagt im Darm ein eigenes Gehirn haben war mir neu.

Darmhirn oder Bauchhirn wird es genannt.

Von hier aus gibt es eine direkte Verbindung „nach oben“.

Nach oben ins emotionale Gehirn, ins sogenannte limbische System.

Dies ist das Zentrum unserer Emotionen und unseres Gefühlslebens.

Hier wird unser psychisches Wohlbefinden geregelt.

Aber auch unser Gedächtnis/unsere Lernfähigkeit und unser (sexueller) Antrieb wird von diesem Bereich im Gehirn gesteuert.

Die Folge:

Alles was im Darm landet, kann unser Gefühlsleben beeinflussen.

D.h. alle (schädlichen!) Substanzen, die in unserer Nahrung sind, geben über die Nervenzellen unseres Bauchhirns individuelle Informationen an das Gehirn.

Also Vorsicht bei den „synthetischen Lebensmittelzusatzstoffen“!

Diese stellen für deinen Organismus Gifte dar und reizen die Nervenzellen des Bauchhirns…

… die Informationen die „oben“ ankommen, sind nicht gerade positiv.

Inzwischen weisen immer mehr wissenschaftliche Studien darauf hin, dass bei psychischen Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, auch der Darm bzw. die Ernährung eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

Hier habe ich einen tollen Artikel dazu gefunden, wie gefährlich Lebensmittelzusatzstoffe für unseren Darm sind. Diesen Artikel empfehle ich besonders gerne weiter, weil er im zweiten Teil wunderbar aufzeigt, dass „Krankheit ein erträgliches Geschäft“ ist…

Fazit

Der Darm ist der Schlüssel zu einem gesunden Körper und einer guten Figur.

Du fütterst mit jeder Mahlzeit seine Bakterien und beeinflusst damit, wer „das Sagen“ hat:

„Schlechtes“ Essen füttert die schlechten Bakterien und diese fordern dann MEHR davon.

Hormon-, Nerven- und auch das Immunsystem beeinflussen dich dann solange, bis die Keime kriegen was sie wollen:

Du kennst dieses Gefühl!

Das ist der HEISSHUNGER,

dieses unbeschreibliche Verlangen nach…

… nach dem was wir uns dann (leider viel zu oft) als „Belohnung“ oder „Nervennahrung“ gönnen und was uns sauer macht.

In erster Linie ist es wohl das Verlangen, nach viel Zucker und/oder Fett!

Und dieses Spielchen geht dann immer so weiter:

Deinen Darmbakterien schmeckt dann nur noch dieses („schlechte“) Essen!

Auf etwas Gesundes, wie z.B. einen grünen Smoothie oder einen frischen Salat haben wir dann keinen Bock.

Diverse Beschwerden und schwere Krankheiten sind dann irgendwann die logische Folge.

Die gute Nachricht:

Anders herum funktioniert es genau so.

Wenn wir neue Lebensmittel ausprobieren, kann sich das Verhältnis der Darmbakterien innerhalb von 24 Stunden verändern.

Es lohnt sich also noch heute anzufangen 😉

Ich persönlich liebe das Fasten um mich mit meinen eingefahrenen (Ernährungs-)Gewohnheiten auseinander zusetzen… und die Weichen für meine ganzheitliche Gesundheit immer wieder ein bisschen neu zu stellen.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen? Ich freue mich über einen Kommentar dazu von dir!

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7 Kommentare
  • Kay Fasse
    Veröffentlicht am 07:31h, 03 Februar Antworten

    Hallo Steffi,

    deinen Artikel finde ich sehr informativ und verständlich geschrieben. Man macht sich um seinen Darm eigentlich wenig Gedanken. Es gibt ihn halt und solange alles gut ist, macht man sich keine Gedanken.
    Gut fande ich den Hinweis zum Antibiotikum, dass war mir nicht bewusst.

    Im stressigen Alltagsleben sich gesund zu ernähren ist eigentlich ein muss, aber wer macht das schon.
    Da ist der schnelle Gang zum Döner, Pommesbude, Pizzeria etc. !
    Vielleicht versuche ich das mal mit den Smoothies.

    VG
    Kay

    • Steffi|blogyourhealth
      Veröffentlicht am 08:40h, 03 Februar Antworten

      Guten Morgen Kay,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mich gerade riesig gefreut hier von dir zu lesen!
      …ja, Pizza, Döner & Co. sind schon praktisch und leider auch lecker (weil es unsere Darmbakterien und unser Gehirn so gewohnt sind). Diese Gewohnheiten lassen sich gut ändern – ohne das man das Gefühl hat, man MUSS sich was verbieten oder man MUSS verzichten. Ich freue mich, wenn du meine Artikel liest und von meinen Erfahrungen ein bisschen was „mitnehmen“ kannst. Hab ganz viele spannende Themen auf der Agenda 🙂
      Ganz liebe Grüße Steffi

  • Kay Fasse
    Veröffentlicht am 08:51h, 03 Februar Antworten

    Hallo Steffi,

    ich fände folgenden Artikel interessant!
    Gesundes Essen im Berufsleben. Wie kann ich meinen Mitarbeitern und mir etwas Gutes tun, was schnell zu kochen ist und nicht viel Zeit in Anspruch nimmt.
    Jeden Donnerstag kommt ein Gemüsehändler zu uns ins Büro, was sehr gut angenommen wird. Außer von mir! Der Chef hat keine Zeit. ?
    Vielleicht hat du da ja ein paar Ideen.

    VG
    Kay

    • Steffi|blogyourhealth
      Veröffentlicht am 20:42h, 05 Februar Antworten

      Hallo Kay,…die nächsten Artikel werden sich erstmal um ein Thema handeln, das man hier vielleicht nicht erwartet. Bleib einfach dabei und ich bin überzeugt du wirst Lösungen finden. Falls nicht, helfe ich dir gerne auch persönlich und ganz individuell 😉 Alles Liebe und bis bald! Steffi

  • Birgit Wiens
    Veröffentlicht am 00:14h, 24 Februar Antworten

    Liebe Steffi,
    bei jedem deiner Artikel habe ich das Gefühl, du sitzt mir direkt gegenüber und erzählst aus deinen Erfahrungen. Es liest sich einfach toll! Bei mir führt es sogar für eine kurze Zeit dazu, das “ Bauchgehirn“ oder auch den inneren Schweinehund, der ja direkt mit unserem Belohnungssystem im Gehirn verknüpft ist, auszuschalten. Mein Belohnungssystem ist während des Lesens und auch noch einige Zeit danach auf “ ich tue jetzt meinem Darm was Gutes“ eingestellt. Und das ist doch schon mal was.! Deshalb habe ich mir auch kürzlich einen Smoothiemixer bestellt und trinke nun jeden Morgen einen grünen Smoothie.. Und vorsichtshalber liegt dein Artikel ausgedruckt neben meinem Bett, damit das Bauchgehirn mich nicht zum Süssigkeitenfach schickt… denn wie wir beide aus unseren Seminaren und Ausbildungen wissen: den Schweinehund kann man, nachdem man ihn gestreichelt hat, auch liebevoll zur Ruhe legen und eine Möhre kauen:)
    Freu mich schon auf deinen nächsten Artikel und lege ihn gerne in der Praxis aus.

    Sei lieb gegrüßt
    Birgit

  • Michi
    Veröffentlicht am 14:10h, 14 September Antworten

    Hallo Steffi,
    vielen lieben Dank für deinen hilfreichen Artikel. Ich fand ihn doch sehr spannend, obwohl das ein wirklich totgeschwiegenes Thema ist. Was hältst du denn von einer regelmäßigen Darmsanierung ?

    • Steffi|blogyourhealth
      Veröffentlicht am 17:30h, 15 September Antworten

      Hallo Michi, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Zu deiner Frage: Darmsanierung ist ein komplexes Thema und ich persönlich bin da sehr vorsichtig. Das Internet ist voll mit entsprechenden Produkten…ich empfehle immer einen spezialisierten Heilpraktiker zu kontaktieren um „alles“ abchecken zu lassen und dann gezielt den Organismus zu unterstützen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, bewusstes Fasten kann „ganzheitliche Wunder“ vollbringen UND die 5-Elemente-Ernährung ist eine tolle Möglichkeit mit jeder Mahlzeit „seine Mitte“ zu stärken 😉 Hast du Erfahrungen mit Darmsanierung?

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