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Essen ohne Hunger: 3 ganzheitliche Rezepte zum Umdenken

Ich möchte dir etwas beichten:

Ich war ein Junkie!

Meine Drogen waren: Sahnetorte, Kekse und Schokoriegel.

Außerdem brauchte ich deftig belegte Baguettes, Pizza, Pommes, Döner & Co.

Ein echter Teufelskreis: Das ständig wechselnde Verlangen nach süßen und herzhaft/deftigen „Speisen“.

Vor dem Fernseher Chips, zwischendurch Weingummis und hier und da mal ein Bonbon…

Ich brauchte ständig etwas zu essen

Meine Gedanken drehten sich auch ständig ums Essen:

Schon beim Frühstück fragte ich mich, was ich wohl zu Mittag esse.

Kaum im Büro angekommen gab es aber erstmal das zweite Frühstück.

Während des Mittagessens freute ich mich schon auf Kaffes & Kuchen – was dann aber oft schon direkt die Nachspeise war. Ein gemütliches Abendbrot mit der Familie war (und ist!) immer noch die Krönung meines Tages! Aber auch nach dem Abendessen war ich nie wirklich satt. Ich spekulierte schon während des Essens auf einen Nachtisch oder es trieb mich zu späterer Stunde noch mal an den Kühlschrank…

Das größte Problem daran war:

Mein Essverhalten war mir ganz lange Zeit gar nicht bewusst

Es war normal.

Normal für mich und auch für die Menschen in meinem Umfeld.

Da ich nicht übergewichtig war und immer (sehr) gut funktionierte, vermutete hier auch niemand ein Problem.

MEIN Problem war:

  1. Ich wusste, dass meine extrem zucker- und fettreiche Ernährung nicht gesund ist!
  2. Ich wusste, diese Ernährung macht mich sauer und somit früher oder später krank.
  3. Mein inniger Wunsch gesund, fit und sexy ohne Diät zu sein, geht so sicherlich nicht in Erfüllung.
  4. Ich wollte es verändern, aber es funktionierte nicht…
  5. Gut gemeinte Ratschläge, gesunde Rezepte oder schnelle Tipps und Tricks zur Verhaltensänderung sowie Diäten funktionieren wenn überhaupt nur kurzfristig…

Ich spürte es geht um MEHR und so begann vor einigen Jahren meine Reise in ein ganzheitlich gesundes Leben! Diese Reise stellt eine innere Reise dar, die von einer Erkenntnis zu nächsten führt und die mir immer wieder neue Möglichkeiten aufzeigt.

Ich spürte: Essen ein (m)ein Wegweiser.

Im Alltag gibt es viele wertvolle Wegweiser, die wir aber oft gar nicht bewusst wahrnehmen … das Spiegelgesetz ist eine wunderbare Methode um unser Bewusstsein zu verändern, aber das ist ein anderes Thema!

Ich habe sehr viel über mein Essverhalten gelernt, denn ich wollte verstehen was da passiert.

Was ist los, wenn ich nicht mehr „Herrin der Lage“ bin?

Wenn ich wie fremdgesteuert ständig und in unglaublichen Mengen Nahrung zu mir nehmen muss?

Während meiner Recherchen haben mich zwei Aussagen besonders berührt:

ESSEN OHNE HUNGER BEDEUTET,
DASS ICH MICH EMOTIONAL UNTERVERSORGT FÜHLE.
ES GEHT NICHT UMS ESSEN -
ES GEHT UM DIE BEZIEHUNG ZU MIR SELBST.

Hä?

Was sollte das heißen?

Dem wollte ich nachgehen, das wollte ich verstehen.

Und ich war mir sicher: Aus dem Verständnis heraus kann ich es ändern!

Ich habe 3 ganzheitliche Rezepte zusammengeschrieben, die uns beim (Um)denken helfen sollen.

Hier geht es nicht darum, dich „nur“ mit weiteren Informationen zu füttern…

… ich möchte dich mitnehmen auf (d)einen Weg!

Viel Freude beim Lesen.

# Rezept 1: Essen ohne Hunger –

Die (Selbst)Erkenntnis

Essen ohne körperlich hungrig zu sein ist ein weit verbreitetes Phänomen: Wir essen aus Gewohnheit, aus Langeweile, zur Beruhigung, zur Belohnung, vielleicht auch manchmal zur Bestrafung oder besser ausgedrückt aus Frust, weil etwas nicht so klappt wie wir es gerne hätten.

Kommt dir das bekannt vor?

Dann weißt du aus eigener Erfahrung, dass in diesen Situationen keine tollen Ernährungsregeln und auch keine Disziplin hilft.

Hier scheinen „übermächtige“ Kräfte am Werk zu sein, die die Macht haben unseren schlauen Kopf auszuschalten und uns zum Essen bewegen …

Dich in diesen Situationen zu erforschen, zu beobachten, zu hinterfragen und zu spüren was da gerade los ist, dass ist ein sehr wertvoller Ansatz. So lernst du dich langsam besser kennen und von hier aus kannst du deine Reise fortsetzten. Hole dich da ab wo du stehst und dann geh von da aus ganz langsam und in deinem Tempo die nächsten Schritte.

# Rezept 2: Essen ohne Hunger –

Was du in konkreten Situationen tun kannst…

… du kennst diese Situationen und weißt genau was ich meine:

Es sind nur Milli-Sekunden in denen du zur Kecks-Packung greifst, die Chips-Tüte öffnest oder what ever und S C H W U P P S  hast du mehr gegessen als du eigentlich wolltest. Das schlechte Gewissen tritt ein und die Stimmen in deinem Kopf werden (wieder) gaaaanz laut.

Es ist verrückt: Wir können einfach nicht Nein sagen.

Wie fremdbestimmt, unzurechnungsfähig, zwanghaft greifen wir zu – wie ein Junkie.

Es gleicht einer Sucht – der Verstand setzt aus und wir futtern das, was uns in Wirklichkeit schadet. Zur Krönung verspüren wir ein vorübergehendes Hochgefühl, was die ganze Situation extrem verkompliziert.

Und jetzt?

Diese Situationen können wir erforschen und so aus ihnen lernen. Das mag sich jetzt komisch anhören, aber es kann funktionieren, wenn du dich darauf einlässt und dem Ganzen eine Chance gibst. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass diese ganz konkreten Situationen sehr hilfreiche Wegweiser sein können.

Was kannst du in diesen Situationen machen?

# Schritt 1:
Sei Aufmerksam und erkenne diese Milli-Sekunden. Wann willst du zugreifen?
Warte!

 

# Schritt 2:
Nimm dir ein paar Minuten Zeit, atme tief durch und versuche die Augen zu schließen.

Spiegelgesetzt
ACHTUNG:
Der folgende Schritt kann eine große Herausforderung sein!
Es ist ungewohnt und für dein Gehirn bedeutet das: Gefahr.
Also Vorsicht. 

# Schritt 3: Fühle und beobachte
–  Was kannst du spüren?
–  Wo im Körper nimmst du etwas wahr?
–  Was ist gerade los?
–  Wie fühle ich mich wirklich?
–  Was veranlasst mich dazu jetzt in diesem Moment (ohne Hunger!) essen zu wollen.
–  Kann ich meine Gefühle ausdrücken?

Sehr hilfreich kann es sein diese oder ähnliche Situationen, wie in einem Film vor sich ablaufen zu lassen. Du bist dann quasi ein Zuschauer, der diese Situation von außen beobachtet und einfach „nur“ zusieht. Wie wirkt diese Situation auf den Beobachter? Ist da Druck, Stress, Einsamkeit, Trauer oder gar Wut im Spiel?

# Schritt 4: Suche Alternativen zum Essen

Das was wir wahrnehmen oder beobachten konnten, kann ganz unterschiedlich sein.

War es vielleicht nur Appetit? Das ist ok und darf (auch mal) sein, darum geht es hier nicht.

Waren (unangenehme) Gefühle im Spiel? Dann geht es darum Alternativen (zum Essen) zu suchen.

Da bist du dein eigener Experte bzw. kannst einer werden!

Wie könnten diese Alternativen für dich aussehen?

Sicherlich ist jegliche Form der Bewegung an dieser Stelle ein wundervolles Rezept, aber welche Form der Bewegung passt genau zu dir?!

Wichtig: Hier geht es natürlich nicht um Hochleistungssport, sondern eher darum in Kontakt mit dir selbst und mit deinem Körper zu kommen.

Bewusstes Atmen hilft dir ebenfalls dabei und ist mein persönliches „Geheimrezept“.

Was macht Spaß und Freude? Wann tanzt dein Herz?

Ich gebe zu, die Beantwortung dieser Fragen hat bei mir sehr lange gedauert… es ist ein Prozess und damit bin ich auch noch nicht „fertig“. Ich wollte das alles nicht so recht wahrhaben – erschien es mir einerseits zu simple und doch war und ist die Umsetzung im Alltag eine große Herausforderung.

Erst jetzt traue ich mich über diese Thema zu schreiben und hoffe, dass du davon profitieren kannst.

# Rezept 3: Essen ohne Hunger –

Verdaue deine Gedanken!

Unsere Gedanken erzeugen unsere Gefühle und wir wissen, unsere Gedanken und Gefühle müssen wir ebenso wie unsere grobstoffliche Nahrung verdauen. Aus Sicht der 5-Elemente haben wir das hier schon mal näher betrachtet.

„Ich schlucke meine Gefühle runter“

oder

„Ich kann meine Gefühle nur schwer verdauen“

Diese Redewendungen, zeigen den Zusammenhang zwischen körperlicher und mentaler Verdauung. Doch was bedeutet das genau? Mir konnte die Sichtweise der alten Chinesen und das Analogiesystem der 5 Elemente sehr gut helfen, dieses Phänomen besser zu verstehen (Element Erde = Verdauung = Denken) und erfreulicher Weise unterstützt die moderne Wissenschaft zunehmend die traditionellen Lehren.

Was sind die aktuellen (wissenschaftlichen) Erkenntnisse zum Thema „Gedanken, Gefühle und (Über)Gewicht“? Welche Rolle spielt unser Körper? Springt er physisch ein, wenn mental etwas nicht verdaut werden kann?

Diese und weitere spannenden Fragen werden in dem Artikel „Wie deine Gedanken dich ernähren“ beantwortet.

… warum unsere Ernährung so wichtig ist:

Mit unserer Ernährung beeinflussen wir auch den Verdauungsprozess unserer Gedanken und Gefühle. Wir können also mit unserer täglichen Ernährung ganz gezielt etwas für uns tun und so den Prozess der (Selbst)Erkenntnis mit unterstützen.  Die 5-Elemente-Ernährung bietet wundervolle und ganz praktische Möglichkeiten und auch die 10 Regeln für gesunde Ernährung zeigen dir was du konkret „tun“ kannst um dem Phänomen „Essen ohne Hunger“ entgegenzuwirken und so in deine Balance zu kommen.

Mir selber hat das Fasten, das Fastenwandern und auch meine Reiskur jeweils immer sehr gut getan.

Bewusst zu verzichten und dabei zu entschlacken hat mit immer wieder Klarheit gebracht und waren auf meinem Weg sehr wichtige Meilensteine, denn wie heißt es:

Wenn der Körper entschlackt, reinigt sich auch der Geist.
Wichtig:

Fasten und bewusstes Entschlacken hat nichts mit einer Nulldiät zu tun!

7 Kommentare
  • Steffi Kaiser
    schrieb am 09:29h, 31 Januar Antworten

    Liebe Steffi,

    vielen Dank für Deinen tollen Blog und Deine Ehrlichkeit. Ich habe den neuen Beitrag mit Begeisterung und Kopfnicken gelesen und bin mir sicher, dass es vielen Lesern/innen so geht…

    Besonders gefällt mir, dass Du die verschiedenen Aspekte (wie Gemütlichkeit, Langeweile, Belohnung etc.) aufzählst, denn je nach Mensch und Kontext können die (unbewussten) Beweggründe wirklich völlig verschiedenartig sein. Ganz wichtig ist auch die Selbstreflexion – wie Du es ja auch an Dir selbst vornimmst und sehr authentisch beschreibst. Was genau veranlasst mich persönlich so zu handeln? Eine sehr gute Frage! Und ja, so ziemlich alles was wir tun, hat mit uns selbst zu tun… Oft weiß unser kognitiver Verstand, dass es nicht die beste Idee ist sich XY zu verhalten und doch treibt uns ein anderer innerer Anteil in wiederkehrende Verhaltensmuster. Dies zu erkennen ist ein toller Schritt, doch dann sollten wir uns nicht noch selbst beschimpfen, sondern ganz liebevoll annehmen und sagen „ok, das war bisher mein Verhalten und es hatte sicherlich einen guten Grund – den hinterfrage ich jetzt“… Oft erlebe ich bei meinen Coachingklienten (egal in welchem Kontext), dass sie zwar zur Erkenntnis gelangen, sich dann aber massiv schelten. Das ist nicht gut für die Selbstliebe… Und wenn die Menschen sich Vorwürfe für Ihre Verhalten machen, was brauchen Sie dann? Na klar, wieder ein gutes, annehmendes Selbstbild – doch oft möchten sie sich tatsächlich bestrafen oder vertrauen sich selbst nicht mehr. Ergo – mangelndes Selbst-Vertrauen. Das ist eine ungesunde Negativspirale und die sollte unterbrochen werden, um ein glückliches selbstbestimmtes und (innerlich) freies Leben führen zu können.
    Jetzt habe ich viel geschrieben… und eigentlich wollte ich Dir nur sagen, dass ich Deinen Beitrag sehr gut finde und ich der Überzeugung bin, dass die Inhalte (auch übertragbar auf andere Themen wie trinken…) viele Menschen bewegen werden.

    In diesem Sinne – mach weiter so und bleibe so herrlich begeistert, ehrlich und authentisch.

    Liebe Grüße, Steffi Kaiser

  • Uta Gebing
    schrieb am 10:19h, 03 März Antworten

    Steffi, das ist ein klasse Artikel! Ich kann meiner „Vorkommentatorin“ in allen Punkten zustimmen 😉 Der Artikel ist hilfreich, verständlich und sehr authentisch. Lieben Dank für den Anstoß und bitte mehr davon!
    Liebe Grüße, Uta

  • Anja Orywol
    schrieb am 09:59h, 10 März Antworten

    Liebe Steffi, vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich lebe nun schon seit vielen Jahren nach der TCM und das Verlangen auf „Süß“ und das ewige „Zwischendurch“ ist so gut wie verschwunden. Ich sage „so gut wie“, denn es ist genauso wie du sagst. Es gibt bestimmte Situationen und Momente, da geht es nicht um Hunger oder Appetit. Da muss ein anderes „Loch“ gefüllt werden. Heute erlaube ich mir das dann auch. Denn ich habe gelernt, dass der hohe Anspruch an sich selbst: “ Ich muss mich gesund ernähren!“ mir ebenfalls schaden kann. (Da haben wir mal diesen tollen Artikel zusammen drüber geschrieben ;)). Aber ich versuche auch immer, genau so wie du es beschreibst, mein Innerstes zu reflektieren und mich zu fragen, was da gerade passiert. Dieser Tipp ist sehr hilfreich. Ich mag deine Artikel sehr, denn sie sind immer absolut ehrlich, offen, direkt und authentisch. Vielen lieben Dank für deine Mühe. Liebe Grüße, Anja

  • Sandra Meier
    schrieb am 15:25h, 24 März Antworten

    Liebe Steffi,

    super toller Beitrag! Ich als Übergewichtige, immer Essende, habe gestaunt, dass auch schlanke Personen Nahrung aufnehmen, ohne Hunger zu empfinden. Danke dafür. Danke für die Ehrlichkeit und Deine Liebe, die in Deinen Worten mitschwingt.

    Ganz liebe Grüße und viel Gesundheit, Sandra Meier

    • Steffi|blogyourhealth
      schrieb am 15:30h, 24 März Antworten

      Danke, liebe Sandra, für deine Worte. Ich freue mich in diesem Moment ganz besonders über deinen Kommentar, da ich diesen Beitrag gerade selber noch einmal lese. D.h. wir sitzen gerade beide vor dem Rechner und „beschäftigen“ uns mit diesem (Herzens)Thema. Viele Grüße und bis bald! Steffi

  • Lisa
    schrieb am 15:55h, 12 Juni Antworten

    Das eigene Essverhalten ist vielen Menschen gar nicht mal so bewusst! Da bin ich mir absolut sicher. Auf jeden Fall bedanke ich mich herzlich für die nützlichen Tipps und Infos, die du hier in diesem Beitrag zusammen gefasst hast. Das Thema Ernährung ist so wichtig und man sollte definitiv definitiv Zeit investieren, um die Sache richtig anzugehen. Ich bedanke mich herzlich für deine Tipps!

    • Steffi|blogyourhealth
      schrieb am 22:44h, 14 Juni Antworten

      Vielen Dank für dein Feedback, liebe Lisa! Sehr gerne habe ich die Punkte hier zusammengefasst, denn auch für mich sind es immer noch wundervolle Rezepte, die ich mir immer mal wieder bewusst machen muss 😉 Herzliche Grüße und alles Liebe!

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