Das Spiegelgesetz im Alltag: Interview mit einer Expertin | blogyourhealth
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Das Spiegelgesetz im Alltag: Interview mit einer Expertin

Erwischt:

Ich bin (mal wieder) am meckern,

am lästern,

am bewerten,

am verurteilen…

…am stöhnen und am grübeln.

Die Stimmen in meinem Kopf sind gerade wieder gaaaanz laut und quatschen permanent durcheinander. Mir fällt es schwer diese überhaupt bewusst wahrzunehmen, weil gerade so ein Chaos in meinem Kopf herrscht.

Es ist fast wie in alten Zeiten, als mir das Thema ganzheitliche Gesundheit noch fremd war. Und so habe ich gerade das Gefühl, ich fange auf meinem Weg wieder von vorne an.

Aber wo?

Körperliche Interventionen, wie:

Fasten?

Fastenwandern?

Das passte gerade nicht in meinen Alltag.

Reiskur?

Das würde mir gerade gar keine Freude machen.

Die 5-Elemente-Ernährung?

Die habe ich gut in meinen Alltag integriert.

In diesem Artikel, möchte ich mich wieder unseren Gedanken, Gefühlen und Emotionen zuwenden. Dazu habe ich bereits ein wundervolles Interview mit einer TCM-Expertin geführt.

Was aber sagt die westliche Welt dazu? Wie ist der Stand in der Wissenschaft? Und wie gelingt es mir, dieses Wissen in meinen Alltag zu integrieren, um ein zufriedenes Leben zu leben?

Das Spiegelgesetz ist für mich ein zentraler Schlüssel für ein glückliches und authentisches Leben.

Das Spiegelgesetz ist für mich ein zentraler Schlüssel für ein glückliches und authentisches Leben

ABER, ich habe damit gerade so meine Probleme:

  1. Ich habe es zwar verstanden, komme aber trotzdem nicht so richtig „weiter“.
  2. Es wird von Menschen in meinem Umfeld oft als (esoterischer) Quatsch bezeichnet.

 

Kommt dir das bekannt vor?

Und möchtest du das Spiegelgesetz weiter kennenlernen?

Dann ist dieses Interview genau richtig für dich.

Steffi Kaiser (Inhaberin vom Kaiserlichen Institut in Delbrück) wird mir Fragen rund um das Spiegelgesetz beantwortet.

Hast du weitere Fragen?

Dann schreib einen Kommentar und Steffi wird dir dort antworten.

Viel Freude beim Lesen …

… und beim Spiegeln!

Liebe Steffi, ich habe dich vor einigen Monaten kennengelernt und bin beeindruckt, wie du arbeitest. Du hast ein enormes psychologisches Fachwissen, kennst dich aber auch in Bereichen aus, die für viele Menschen „spooky“ sind. Wie kam es dazu?

Hallo liebe Steffi, tja das ist auch die Geschichte einer langen Reise…

Psychologie und Philosophie interessierten mich schon immer. Trotzdem habe ich zunächst einen „ganz weltlichen“ Beruf gelernt, d.h. eine kaufmännische Ausbildung gemacht und BWL studiert. Über 20 Jahre war ich im Business in Führungspositionen tätig und hatte auch Freude daran. Was mich allerdings oft störte, war der Umgang mit Menschen und die „schlechte Fehlerkultur“. 

Was mich allerdings oft störte, war der Umgang mit Menschen und die „schlechte Fehlerkultur“.

Mit dem Grundgedanken geistigen Ausgleich zu schaffen, begann ich mich in alle möglichen Themen einzuarbeiten.

Das war eine wirklich bunte Palette von Kinesiologie, Reiki, Meditation, Phantasiereisen, spirituellen Techniken, Logotherapie, systemische Strukturaufstellungen usw. bis hin zu Irisdiagnostik, Bachblüten und Homöopathie. Mein Investment bestand neben dem monetären in vielen Wochenenden und so manchem Jahresurlaub, um mich weiterzubilden.

Manche dieser Themen (wie Kinesiologie und Aufstellungsarbeit) begleiten mich noch heute, andere überlasse ich lieber denen, die sich täglich damit beschäftigen (wie Homöopathie). Auf jeden Fall haben mich die Erfahrungen bewegt und geprägt. Durch die Seminare, die spannenden Begegnungen und unzählige Bücher ergaben sich immer neue Impulse, Ideen und Wege.

Was mich oft störte war, dass gewisse Themen zu einseitig waren. Für mich ergibt es mehr Sinn eine große Auswahl zu haben, um daraus das jeweils beste wählen zu können. Diese Methodenvielfalt und Individualität fand ich dann im NLP (Neurolinguistisches Programmieren) und absolvierte im Laufe der Jahre alle Ausbildungen.

Um dem Ganzen noch mehr Fundus zu geben, studierte ich unter der Schirmherrschaft von Prof. Friedemann Schulz von Thun Kommunikationspsychologie (FH). Mit einem anschließenden Masterstudium in Kommunikations- und Betriebspsychologie vollendete ich den Teil der Reise. Das waren zeit- und kostenintensive Jahre, doch es hat sich gelohnt. Für mich ist es jetzt eine fundierte und runde Sache und ich habe weiterhin große Freude daran zu lernen und mein Wissen zu teilen. Passenderweise bekam ich vor ein paar Jahren einen Lehrauftrag in Psychologie an der FHM in Bielefeld und unterrichte dort Studierende in verschiedenen psychologischen Fächern. Für mich die perfekte Ergänzung, denn so bin ich immer auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und lerne auch ständig hinzu.

Ich freue mich, dass du dein Wissen jetzt hier mit uns teilst.
Du hast recht: Die Auswahl an Möglichkeiten ist riesig groß, wenn es um ganzheitliche Gesundheit geht … und die individuelle Reise kann sehr kosten- und zeitintensiv werden.
Die Anwendung der Spiegelgesetz- Methode kostet kein Geld, erfordert nur wenig Zeitaufwand, ist aber zugleich mega effektiv.
Würdest du zustimmen, wenn ich sage:
Ein „Wundermittel“ für unsere psychische Gesundheit?

Bei dem Wort „Wundermittel“ zuckt die Wissenschaftlerin in mir natürlich sofort zusammen… Das klingt mir zu sehr nach den eher unseriösen Anpreisungen der „Wunderheiler“. Ich würde es vielleicht anders formulieren, doch letztlich ist das Ergebnis tatsächlich „wunder-bar“ 😊.

Was ich damit konkret meine?

Wenn wir uns selbst erkennen und merken, dass wir uns tatsächlich verändern können und uns damit eine neue Lebensqualität schaffen, so kann das für manchen wirklich wie ein „Wunder“ wirken oder sich zumindest „wunderbar“ anfühlen.

Doch fangen wir vielleicht vorne an – Du wolltest ja meine Expertise und fundierte Hintergründe:

Nehmen wir das Konzept der Selbstwirksamkeit von Albert Bandura (Platz 34 der Top 100 einflussreichsten Psychologen weltweit). Bandura erforschte in den 1960er Jahren, wie menschliches Denken und Verhalten durch Lernen und Überzeugungen beeinflusst wird. Machen wir es kurz: ein Kernergebnis war, dass Menschen zumeist nur die Dinge machen/ausprobieren, von denen sie glauben, dass sie funktionieren könnten. Ergo beschränken wir uns selbst durch unser Denken.

Wir beschränken uns durch unser Denken.

Was hat das mit dem Spiegelgesetz zu tun?

Mal wieder eine ganze Menge…

Wenn ich an anderen Menschen etwas beobachte was mich stört, nervt etc. hat das etwas mit mir und meiner Wahrnehmung zu tun. Das zu erkennen ist der erste Schritt, um das Spiegelgesetz zu verstehen. Das heißt, dass wir das wahrnehmen, was mit uns zu tun hat.

Das was wir wahrnehmen, hat was mit uns zu tun.

Im Bereich der Wahrnehmungspsychologie lässt es sich sehr gut erklären:

Du gehst besonders mit dem in Resonanz, was Dich gerade beschäftigt. Wenn Du Dir ein neues Auto kaufen möchtest, siehst Du genau diese Marke plötzlich überall. Dein Fokus liegt bei einem bestimmten Thema (vielleicht auch unbewusst) und Du nimmst dies verstärkt wahr. Das geht allerdings zu Lasten der anderen Wahrnehmungen, das bedeutet Du siehst die Fahrräder vielleicht nicht, um bei dem Beispiel zu bleiben. Soweit so gut – denn das kennt wahrscheinlich jeder und kann es auch gut nachvollziehen. Etwas beschäftigt uns und entsprechend nehmen wir dies besonders intensiv wahr.

Nun geht diese Resonanz (dieser Spiegel) aber auch in alle anderen Themengebiete. Wir fokussieren uns (oft unbewusst) auf bestimmte Dinge und nehmen dadurch das andere nicht wahr.

Wir fokussieren uns (oft unbewusst) auf bestimmte Dinge und nehmen dadurch das andere nicht wahr.

Nimm beispielsweise einen Pessimisten und einen Optimisten – selbst wenn beide das gleiche erleben, so nehmen sie es unterschiedlich wahr. Sie bewerten unterschiedlich, aufgrund Ihrer Grundhaltung.

Bis hierher bezogen sich meine Aussagen auf die Wahrnehmung, nun gehen wir einen Schritt weiter und schauen auf die Anziehung: wir ziehen bestimmte Dinge und Menschen an, weil es etwas mit uns selbst zu tun hat. Entweder weil wir es besonders schätzen, vermissen oder auch ablehnen.

Manche Menschen können sich kaum vorstellen, dass sie bestimmte (auch schlechte) Dinge anziehen, d.h. selbst dafür verantwortlich sind.

Oberflächlich betrachtet kann ich das auch verstehen, denn es klingt ja fast „dumm“, wenn wir uns negative Dinge ins Leben holen würden.

Und wer möchte schon die Verantwortung dafür übernehmen?

Doch so einfach und so bewusst ist es eben nicht.

Diesen Kern „ich bin der Schöpfer meiner Wirklichkeit“ in der Tiefe zu durchdringen, wirklich zu erfahren und begreifen was das bedeutet, erfordert schon eine Auseinandersetzung mit sich selbst.

Eine rein kognitive Beschäftigung damit genügt nicht, denn unsere tief verankerten Erfahrungen beeinflussen permanent unsere Wahrnehmung.

Wenn ich es mal ganz deutlich ausdrücken darf: unsere Realität ist nicht real, sondern eine subjektive Abbildung unseres Denkens.

Unsere Realität ist nicht real, sondern eine subjektive Abbildung unseres Denkens.

Genau darin liegt schon der Hauptgrund – unser Gehirn repräsentiert vergangene Erfahrungen und bildet daraus Heuristiken für die Zukunft. Evolutiv betrachtet ist das auch gut so, denn das Gehirn ist getrimmt auf Überlebensmodus und Energie sparen für den Ernstfall. Doch heute gibt es weniger natürliche Feinde in Form von Säbelzahntigern und wir dürfen die Logik unseres Gehirns ruhig mal hinterfragen.

In der Psychologie sprechen wir von dysfunktionalen Überzeugungen (hinderliche Glaubenssätze). Das sind unsere subjektiven Ansichten, Meinungen über etwas – sei das über uns selbst oder andere. Sind die Ableitungen, die mein Gehirn macht (also Heuristiken bildet), wirklich gut und sinnvoll für mich? Oder sollte ich da mal eingreifen?

Allein mit dieser Reflexion holen wir den Denkvorgang vom unbewussten in den bewussten Bereich und können die Gedanken auch verändern.

Wow, das war eine ganze Menge Input… und dass gilt es erst einmal zu verdauen!
Unsere (unbewussten) Gedanken und einschränkenden Glaubenssätze zu erforschen ist eine spannende Herausforderung.
Kannst du uns zum Schluß ein paar praktische Hinweise für den Alltag mitgeben?
Wie kann ich das Spiegelgesetz nutzen um mich selbst besser kennen zu lernen?
Ich denke da vor allem an die berühmten Trigger durch unsere Kinder, Partner, Kollegen usw.

Ja, gerne gebe ich noch ein paar praktische Impulse für den Alltag: bei allen Situationen, die uns stören, nerven, aufregen etc. können wir hinschauen und überlegen, was genau das mit uns selbst zu tun hat. Das heißt, was kann ich daraus für mich lernen, was genau regt mich auf und was hat das vielleicht mit meinen Defiziten zu tun?

Ein Beispiel: jemand spricht sehr langsam und bedacht und das nervt Dich mit der Zeit – dann ist es vielleicht ein umgekehrtes Thema bei Dir, d.h. sprichst oder/und handelst Du vielleicht manchmal zu schnell und zu unbedacht?

Ich kann mir vorstellen, dass dieser Gedanke sehr ungewohnt für viele Menschen ist… und ja, es ist so viel leichter sich einfach über jemanden aufzuregen oder ein Verhalten abzulehnen, doch was genau soll das bringen?

Daran wachsen wir nicht, sondern werden eher mürrisch und abweisend gegenüber Menschen, die anders sind als wir selbst. Wenn wir diesen negativen Weg weitergehen droht sogar der Ethnozentrismus und das ist ein ziemlich gefährlicher Vorbote für Rassismus…

Wenn wir diese Richtung also nicht wollen (und ich hoffe, dass das sehr viele Menschen nicht wollen!), dann sollten wir unseren Fokus auf die Lernchancen legen.

Das was uns triggert, hat mit uns zu tun. Ob wir es ablehnen oder selbst gerne hätten – da wir in Resonanz gehen, hat es irgendeine Bewandtnis – und die dürfen wir herausfinden…

Und ganz nebenbei macht es den Alltag auch noch sehr spannend – und wesentlich lustiger 😊
Denn Humor ist bei der Erkenntnis der eigenen Lernbereiche sehr hilfreich.

Mein Fazit als Denksportaufgabe – schau hin und übe Dich in ehrlicher Selbstreflexion… und genieße Dein Wachstum mit Spaß und Freude.

 

Vielen Dank, liebe Steffi, für dieses Interview!
… wer neugierig geworden ist kann hier mehr über die Arbeit von Steffi Kaiser erfahren.
Möchtest du noch mehr über das Spiegelgesetzt erfahren?
Dann hinterlasse deine Frage(n) in den Kommentaren.
Hast du Anmerkungen oder magst du uns von deinen Erfahrungen mit dem Spiegelgesetz berichten?
Dann schreib uns auch das!

 

Wir freuen uns von dir zu Lesen!

Steffi Eikel & Steffi Kaiser

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