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5-Elemente-Ernährung & Multiple Sklerose – Ein toller Erfahrungsbericht

Multiple Sklerose = MS

Was denkst du, wenn du von dieser Krankheit hörst?

Ich habe damit lange Zeit „Muskelschwund“ in Verbindung gebracht, bis ich gelernt habe, dass Multiple Sklerose eine Autoimmunerkrankung ist.

Wusstest du, dass das Durchschnittsalter der Menschen, die diese Diagnose bekommen bei 30 Jahren liegt? Das ist also kein Thema nur für alte Menschen.

Inzwischen kenne ich zwei Menschen die MS haben.

Über die Erkrankung und das Leben mit dieser Krankheit weiss ich allerdings sehr wenig.

Das möchte ich ändern!

Du auch?

Dann lies unbedingt dieses Interview.

Birgit Scholl habe ich im Rahmen meiner Ausbildung zur 5-Elemente-Ernährungsberatung bei Sooni Kind kennengelernt und wir schreiben zusammen für den Blog hunvision.de.

Wir haben ein Interview zum Thema „Multiple Sklerose und die 5-Elemente-Ernährung geführt“ geführt, dass wir dir hier präsentieren.

Hast du weitere Fragen?

Dann hinterlasse einen Kommentar und du bekommst umgehend eine Antwort.

Birgit erhielt vor 11 Jahren die Diagnose MS und hatte zu dem Zeitpunkt schon von der 5-Elemente-Ernährung gehört und auch schon ein paar Kochkurse besucht. Nach dem ersten Schock kam ihre pragmatische Seite zum Vorschein und sie sagte sich:

Essen muss ich so oder so.
Dann kann ich auch einen Versuch mit der 5-Elemente-Ernährung wagen.

Das war für sie die richtige Entscheidung.

Sie konnte so ihre Beschwerden schnell und nachhaltig verbessern.

Und noch besser:  Sie hat das Wissen rund im die 5-Elemente vertieft und gibt dies sowie ihre Erfahrungen nun als 5-Elemente-Ernährungsberaterin an die Menschen weiter.

Viel Freude beim Lesen!

Liebe Birgit, kannst du ein bisschen was über die Erkrankung sagen.
Wie lebt es sich mit MS? Wie kann ich mir den Alltag mit MS vorstellen?

MS ist eine neurologische Krankheit. Das Immunsystem schädigt die Ummantelung der Nerven und bei einer bestimmten Schädigung kommen die Impulse aus Gehirn und Rückenmark nicht am Ziel an. Da das den ganzen Körper betreffen kann, sind die einzelnen Krankheitsbilder auch so vielfältig.

Dass die Gliedmaßen den Dienst versagen kommt genau so vor, wie veränderte Sehkraft, Schluckbeschwerden, Verdauungsprobleme. Diese Aufzählung lässt sich unendlich fortsetzen. Man kann sich das wie einen Kabelbruch in der Technik vorstellen. Das Prinzip ist ähnlich.

Die Schädigung findet meist schubweise statt. Im Gehirn oder Rückenmark bilden sich Entzündungsherde, die dann die jeweilige neurologische Region stören. Es gibt keine abschließend sicheren Erkenntnisse darüber, warum sich wo welche Entzündung bildet.

Standardtherapie in der Schulmedizin sind sog. Immunmodulatoren, die die Aktivität des Immunsystms dämpfen sollen. Damit würde man die Schubrate positiv verändern. Solche Immunmodulatoren habe ich kurz nach der Diagnose angewandt und mich dagegen entschieden, habe ich sie doch als sehr aggressiv empfunden; bei mir stellte sich eine Vielzahl der möglichen Nebenwirkungen ein.

Wenn auch langsam können sich diese Schäden regenerieren. Das passiert indem sich die Ummantelung neu ausbildet oder die Aufgaben des geschädigten Nervs von anderen Nervenbahnen übernommen werden. Es gibt u. a. physiotherapeutische Verfahren, die diese „Umleitung“ unterstützen.

Was – fast – allen MS’lern gemeinsam ist: die begrenzte Kraft.

Ich habe je nach Tagesform 10 bis 14 richtig wache Stunden pro Tag und dann ist ein Maximum erreicht. Das kann man sich so vorstellen, als ob ein Stecker gezogen wird. Dann geht gar nichts mehr, zusammen reißen erst recht nicht.

Das schränkt natürlich erheblich ein und mein ehemaliger Vollzeit-Job mit 41-Stunden-Woche ging daher nicht mehr; mit Hin- und Rückfahrt wäre da nicht mehr viel Zeit für anderes (z. B. Therapien und Essen!). Daher musste ich beruflich umdenken.

Meine Erfahrung ist nun, dass ein achtsamer Umgang mit mir selbst den Verlauf der Erkrankung stabil hält

Meine Erfahrung ist, dass ein achtsamer Umgang mit mir selbst, den Krankheitsverlauf stabil hält.

Da ich mich dazu entschieden habe ohne Standardtherapie zu leben, musste ich mir Alternativen suchen. Neben der 5-Elemente-Ernährung habe ich mehrere Termine bei Heilpraktikern pro Woche und achte auf regelmäßige unterstützende Bewegung (im wesentlichen Qi Gong und Taiji). Das heißt, dass ich eine ziemlich durchgeplante Woche habe. Von dieser Routine weiche ich nur in Ausnahmen ab.

Als nervig empfinde ich einfach, dass ich oft das Gefühl habe, bei allem und jedem was ich tue genau schauen zu müssen, was das jetzt mit mir macht.

Das verhindert Spontanität – echt blöd.

Die Angst irgendwas „falsch“ zu machen ist allgegenwärtig.

Die Angst irgendwas „falsch“ zu machen ist allgegenwärtig.

Dinge, die mir nicht gut tun, zeigen ihre Wirkung erst nach mehreren Tagen und „zurückdrehen“ geht dann halt nicht. Und die Quittung kann genau so bleiernde Müdigkeit, wie vermehrtes Verschlucken oder schlechtes Laufen sein.

Die Krankheit hat dein Leben stark verändert.
Welche Veränderungen haben sich auf deinem Speiseplan ergeben?
Wie hast du dich früher ernährt und wie sieht die Ernährung nach den 5 Elementen in deinem Alltag aus?

Zunächst habe ich genau so weiter gemacht, wie vor der Diagnose. Da habe ich bereits überwiegend vegetarisch gelebt und der seltene Fleischkonsum wurde mit Fleisch aus dem Bioladen gestillt.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon einige 5-Elemente-Kochkurse absolviert und hatte daraus schon – ohne um die Wirkung des Essens zu wissen – ein paar Sachen in meinen Alltag integriert. So habe ich keine lösliche Gemüsebrühe mehr gekauft, sondern mir selber ca. alle 14 Tage einen großen Topf Gemüsefond gekocht. Zum Frühstück gab es bei mir immer öfter Getreidebrei. Das habe ich als Kind schon gern gemocht und ich hatte dabei ein wohliges Gefühl im Bauch. Außerdem gibt es keine Kuhmilchprodukte mehr. Schaf- und Ziegenmilcherzeugnisse sind die Ausnahme, auch wenn ich sie gut vertrage.

Und dann ¼ Jahr nach der Diagnose begann die 3semestrige Ausbildung im 5-Elemente-Kochen zu der ich mich vor meinem Ärzte-  und Krankenhaus-Marathon angemeldet hatte und ich wusste nicht, ob ich es überhaupt von der Kraft her schaffen würde. Ich habe es dann einfach versucht und siehe da, es ging mir schon nach einem Tag so viel besser, dass ich wusste, das ist mein Weg!

Meine Ernährung hat sich unter dem Strich gar nicht so sehr verändert. Was sich verändert hat, ist mein Blick auf meinen Teller.

Mit dem 5-Elemente-Blick habe ich ziemlich schnell erfasst, ob ich so alles habe, was mir gut tut.

5-Elemente-Teller

Was sich sehr verändert hat ist mein Frühstück:

Es gibt jeden Morgen in irgendeiner Art und Weise etwas suppiges zum Frühstück. Das kann bedeuten, dass ich mir eine Suppe morgens koche (kommt eher selten vor) oder Restsuppe vom Vortag aufwärme (beim Suppe-Kochen habe ich meist eine Frühstücksportion im Hinterkopf) oder mir etwas Consommé aufwärme mit Resten vom Vortrag (Getreide oder Gemüse) kommt da Abwechslung rein und es wird nicht öde.

Dann gibt es fast immer (und das sind mindestens 350 Tage im Jahr) in irgendeiner Form gekochtes Getreide meist als Brei. Entweder ich koche für einige Tage im Voraus eine größere Menge von einem Gericht oder koche einen Brei frisch.

Außerdem gibt es bei mir immer frische Gemüsebrühe/Consommé und gepickeltes Gemüse.

Alle anderen Malzeiten gestalte ich in der Regel so, wie ich sonst (halt vegetarisch) gegessen habe. Eine weitere wesentliche Änderung ist, dass ich auf Kuhmilchprodukte weitestgehend verzichte. Einzige Ausnahme ist Butter, die esse ich immer noch relativ regelmäßig, wenn auch nicht täglich.

Ein bis zwei mal pro Woche esse ich fetten Fisch.

Und ein bis zwei Mal im Monat in irgendeiner Form Fleisch – meist Geflügel, Rind oder Lamm.

Gekocht habe ich zum Glück schon immer gern, so dass Fertigprodukte bei mir keine große Rolle spielten und spielen. Die lasse ich nun komplett aus.

Mittlerweile habe ich mich so stabilisiert, dass ich auch wieder essen gehen kann, wobei ich dann immer ein Auge auf die Menge an Kuhmilchprodukten haben muss. Und wenn es dann mal eine Pizza sein muss, dann die vom Italiener meines Vertrauens.

Ein großes Thema ist die Qualität der Nahrung.

Ein großes Thema ist die Qualität der Nahrung. Daher kaufe ich nur noch im Bioladen ein. Pflanzenschutzmittel sind Nervengifte und wenn ich irgendwo sicher sein kann, davon so wenig wie möglich zu mir zu nehmen, dann ist es biologisch erzeugte Nahrung. Ich glaube, dass mich Nervengifte unnötig belasten und dann mag ich das Risiko einfach nicht eingehen.  

Dann trinke ich lieber gelegentlich ein Glas Wein; der Alkohol ist zwar auch ein Nervengift, aber in dem Moment weiß ich, dass ich das zu mir nehme und nehme das bewusst in Kauf.

Auch lasse ich den raffinierten Zucker aus.

All das empfinde ich nicht als Verzicht, es ist vielmehr ein Abenteuer mich durch die Welt des Essens zu bewegen und immer wieder neue, andere Wege zu erfahren,wie ich mir leckeres Essen zukommen lassen kann und das geht ohne, dass mein Essen schädlich ist.

Consommé und gepickeltes Gemüse ?!
Was ist das genau? Kannst du uns dazu was sagen?

Als Consommé bezeichne ich ganz profan die Gemüsebrühe.

Nach dem Gourmet-Lexikon ist die Consommé „die Vollendung der Fleisch- zur Kraftbrühe“. Das geht aber auch fleischfrei also die Vollendung von der einfachen Gemüsebrühe zur Kraftbrühe. Das kommt durch stundenlanges Kochen. Man muss da auch gar nicht die ganze Zeit dabei sein. Diese Kochtechnik unterstützt ungemein das Wasserelement.

Zum Wasserelement gehört ja auch das Ur-Vertrauen darauf, dass alles „läuft“. Und den Suppentopf unbewacht auf dem Ofen zu lassen erfordert auch so ein Vertrauen. In der Tat verlasse ich stundenlang das Haus während meine Kraftbrühe vor sich hin simmert. Als ich das das erste Mal „aushalten“ konnte, habe ich eine Angst überwunden, das war eine wichtige Lektion für mich.

Unter gepickeltem Gemüse  versteht man milchsauer vergorens Gemüse. Diese „Kochtechnik“ die nahezu ohne Wärme stattfindet unterstützt das Holzelement und damit die Leber. Sie gehören in kleinen Mengen zum Fünf-Elemente-Teller und sollten regelmäßig verzehrt werden.  

Hier ist übrigens ein leckeres Rezept von unsere Kollegin Jessica Leoini Stroetmann zu finden.

Leider ist das gepickelte Gemüse, das im Handel ist (die sauren Gurken, eingelegte Rote Beete usw.) nicht mehr schmeichelhaft für unsere Leber. So enthalten viele Zucker und Branntweinessig. Der Zucker wirkt stark befeuchtend auf das Milz-Qi und der Branntweinessig wirkt erhitzend auf die Leber.

Das Wissen um die Wirkung von Lebensmitteln im Körper und um die ganzheitlichen Zusammenhänge rund um die 5 Elemente ist sehr wertvoll.
Wir haben gemeinsam die Vision, dieses Wissen zu verbreiten.
„Kochen bei Multipler Sklerose“ heißt das Motto deines Kochkurses.
Kannst du uns dazu ein bisschen was verraten?

In dem Kochkurs wird es weniger darum gehen, raffinierte Rezepte zu präsentieren. Was ich erreichen möchte ist, dass sich auch MS’ler an den Ofen stellen und es ihnen leicht fällt sich gut versorgen ohne sich durch vielfältige Listen und Tabellen arbeiten zu müssen. Ein Verständnis darüber zu vermitteln, was Lebensmittel im Körper „anstellen“ können, ist mein Ziel. Das führt dann Stück für Stück hoffentlich dazu, die Selbstwahrnehmung zu erweitern und dann – auch mit wenig Wissen – entscheiden zu können, welche Nahrung unterstützt jetzt und welche nicht.

Ein Verständnis darüber zu vermitteln, was Lebensmittel im Körper „anstellen“ können, ist mein Ziel.

Unsere Mitte muss nicht nur die Nahrung, sondern alle Eindrücke „verdauen“. Das bedeutet, dass ein Ungleichgewicht auch ohne mein Zutun entstehen kann; wir leben nun mal nicht in einem Kokon. Dann ist es ungemein praktisch zu wissen, was ich tun kann um meinem System beim „Verdauen“ zu helfen. So empfinde ich die tägliche Nahrung als Chance zum Gegensteuern.

Das schöne an der 5-Elemente-Ernährung ist, dass sie auch schon „funktioniert“, wenn man klein anfängt. Anfänger können sich ganz entspannt auf dieses Abenteuer einlassen.

Der Kurs „Kochen mit Genuss bei Multipler Sklerose“ findet am 17. April 2019 um 18:30 Uhr im BioGourmetClub in Köln statt. Hier könnt ihr euch direkt anmelden!

Vielen Dank, liebe Birgit, für den kleinen Einblick in dein Leben und deine Ernährung.

Kennst du, lieber Leser, Menschen für die dieses Interview interessant ist?

Dann teile es doch mit Ihnen.

Herzlichen Dank!

Birgit Scholl & Stefanie Eikel

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